Sibirischer Sommer

 

 
Tauender Permafrost an den Uferkliffs im Lena-Delta
Wellerippeln am Strand der arktischen Laptevsee
Ein schamanistischer Glücksbringer am Ufer des Flusses Aldan in Sibirien
Feldlager während einer Expedition im Lena-Delta in Sibirien
 

 

Das Lena-Delta

...Der Strom endet im größten arktischen Delta und ergießt sich in die Laptewsee...

Jährlich fließen etwa 500 Kubikilometer Wasser aus ihrem 2.5 Millionen Quadratkilometer großen Einzugsgebiet in das Delta. Mitgeliefert werden dabei auch rund 15 Millionen Tonnen Sedimentfracht, die mit am Aufbau des größten arktischen Deltas beteiligt sind. Das ist circa 400 km breit, hat eine Fläche von etwa 32.000 Quadratkilometern und besteht aus tausenden Wasserarmen, Seen und Inseln. Damit ist das Lena-Delta etwa so groß wie die Niederlande. Die Hauptarme des Deltas sind der Olenekskaya (nach Westen), der Bykovskya (nach Südosten), der Trofimovskaya (nach Osten) und der Tumatskaya Kanal (nach Norden). Der Hauptabfluß geht gen Osten und Südosten. Dieser Bereich ist auch das heute aktive Delta, dessen Schüttung vor etwa 7000 Jahren begann. Der nordwestliche und westliche Bereich des Lena-Deltas ist deutlich weniger aktiv und ist wahrscheinlich durch tektonische Hebungsprozesse von der Hauptschüttung weitestgehend abgeschnitten. Im Süden des Deltas existieren einige Bereiche mit älteren, nicht-deltaischer Ablagerungen, die vom jungen Delta umflossen und von jungen Sedimenten umlagert sind.

Karte des Lena-Deltas in Nordsibirien

Das Lena-Delta gehört zusammen zusammen mit den Neusibirischen Inseln zu einem der größten Naturschutzgebiete Russlands. Dieses auch vom WWF anerkannte und unterstützte Schutzgebiet ist vor allem für seine reichhaltige Vogelwelt bekannt. Die WWF-Station Lena-Nordenskjöld am Bykovskaya-Kanal, die zusammen mit dem Lena-Delta-reservat betrieben wird, ist vor allem als ornithologische Station gedacht. Eine weitere Station befindet sich auf der Insel Samoylov im zentralen Lena-Delta, unweit des Delta-Apex. Hier betreibt das Lena-Delta-Reservat in enger Kooperation mit dem deutschen Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung eine Forschungsstation mit einer meteorologischen Dauermeßstation und weiteren Anlagen für die beispielhafte Bilanzierung von Stoff- und Energieflüssen in den eurasischen Tundren.

 
 

 

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