Sibirischer Sommer

 

 
Wellenrippeln am Strand der sibirischen Laptevsee
Polygonsee in der Tundra Sibiriens
Flechtenbewuchs auf Felsen in der Hügelkette um Tiksi
Tauender Permafrost an der Küste der Laptevsee in Sibirien
 

 

Die Lena

Unterwegs auf dem längsten Fluß Russlands und einem der größten Ströme der Welt...

Von der etwa 1800 Meter hoch gelegenen Quelle in der Nähe des Baikal-Sees bis zum Delta im arktischen Ozean ist die Lena 4400 km lang und wird von keinem Damm, Stauwerk oder Kraftwerk eingezwängt. Man spürt die Kraft eines noch unbezwungenen Flusses. Der bis zu 15 km breite Strom wird nach dem jährlich im Frühjahr stattfindenden großen Eisaufbruch stellenweise sogar 25 km breit. Durch Eisblockaden in schmalen Stellen hervorgerufene Wasserstandsänderungen können dann innerhalb weniger Tage über 25 m betragen. Einige ihrer Nebenflüsse sind immer noch weit länger als die größten europäischen Flüsse, so unter anderen der Aldan, auf dem wir auch unterwegs waren. Aus ihrem 2.5 Millionen Quadratkilometer großen Einzugsgebiet sammelt die Lena jährlich etwa 500 Kubikkilometer Wasser, das gemeinsam mit rund 15 Millionen Tonnen Sedimentfracht gen Arktis strömt und sich dort im größten Delta des nördlichen Eurasiens ergießt.

Übersichtskarte der Lena in Sibirien

Wir haben nur ein kleines Stück dieses Superlativs bereist, nämlich von Jakutsk flussabwärts bis zur Mündung des Aldan, und dann ein Stück Aldan-aufwärts. Immerhin einige hundert Kilometer durch die typischen Taiga-Landschaften des Lena-Mittellaufs. Bei Jakutsk, welches circa 1470 km flussaufwärts des Deltas liegt, ist die Lena von Juni bis Oktober eisfrei. Ausserhalb dieses kurzen schiffbaren Zeitraums wird der über einen Meter dick zugefrorene Strom als günstige "Strasse" für winterliche Versorgungstrekks genutzt.

 
 

 

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