Rezensionen und Artikel mit Relevanz zum Buch

28.03.2006
  28.12.2005
Nr. 4 November 2005
  20.06.2005
11./12.06.2005   19.03.2005
Nr. 73 (1), 2005
  Januar 2005
April 2005
  19.04.2004

Artikel im Wissenschaftsteil der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung für Deutschland" (FAZ) vom 28.03.2006 (Text: Roland Knauer)

"Wenn der Dauerfrost nicht mehr dauert - Klimaforscher untersuchen den auftauenden sibirischen Permafrostboden auf Hinweise zum Klimawandel"

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Artikel im Wissenschaftsteil der "Potsdamer Neuesten Nachrichten" (PNN) vom 28.12.2005 (Text: Antje Horn-Conrad)

"Der Weg als Bestimmung - Aufzeichnungen eines Potsdamer Polarforschers"

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Artikel im "Naturmagazin" Nr. 4 November 2005 (Text: Kerstin Koch)

"Geheimnisse in gefrorenen Böden"

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Kurzartikel mit Lesungsankündigung in den"Potsdamer Neuesten Nachrichten" (PNN) vom 20.06.2005

"Zwischen sibirischen Killermücken"

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Interview im Wissenschaftsteil der "Berliner Zeitung" vom 11./12.06.2005 (Text: Kerstin Viering, Berlin)

"In der Eiszeit streiften Löwen durch Sibirien - Der permanent gefrorene Boden im Nordosten Russlands verrät Erstaunliches über die Geschichte der Region"

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Buchbesprechung in "GMIT - Geowissenschaftliche Mitteilungen" vom 19.03.2005 (Text: Thomas Höding, Kleinmachnow)

"Sibirischer Sommer"

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Rezension in "Polarforschung" (Heft 73, 1, S. 40-41, erschienen 2005), der Fachzeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Polarforschung (DGP) (Text: Hannes Grobe, Bremerhaven)

"Sibirischer Sommer"

Jakutien ist acht mal so groß wie Deutschland, hat aber nur eine Million Einwohner; die Hälfte des Landes liegt nördlich vom Polarkreis und der Boden ist tiefgründig dauergefrohren, bekannt unter dem Begriff Permafrost. Drei Geologen aus Deutschland besuchten 2001 Jakutien zur Erforschung dieses äußerst klimarelevanten Bodens. Wie auf modernen Expeditionen üblich, wurden die Lieben daheim regelmäßig in Berichten über Fortgang und Gelingen der Arbeiten vor Ort und das Befinden der Teilnehmer informiert. Trotz der zwangsläufigen Widrigkeiten moderner Kommunikationswege in diesem abgelegenen Flecken Erde gelang es dem Autor aus seinen elektronischen Aphorismen einen tagebuchartigen Reisebericht zu generieren, den der Leiter der AWI-Forschungsstelle Potsdam gebunden und fotografisch bebildert einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht hat.

Geschildert werden Leben und Unternehmungen der Expeditionsteilnehmer - nicht nur zur beruflichen Weiterbildung und Erforschung der Umgebung der ‚Hauptstadt' Jakutsk, sondern auch zur Erhellung der eigentlichen drögen Arbeit, bestehend aus der Aufwältigung historischer Permafrostdokumentationen im städtischen Archiv. Nach dem Lesen der drei importierten Bücher relativ schnell durch Mangel an weiterer literarischer Ablenkung zur Kontemplation in einer ungewohnt gleichförmigen Landschaft gezwungen, gelingt es dem Autor Leben und Überleben in Jakutsk bildhaft und prägnant mit phantasievoller Sprache zu schildern, of vermischt mit den persönlichen Eindrücken eines Mitteleuropäers, immer schwankend zwischen Sarkasmus, Ironie und Melancholie und begleitet von den ständigen Bemühungen die russische Mentalität zu ergründen.

Gelungen die Schilderung, wie die Menschen sich mit ihrer Stadt und ihren Lebensumständen arrangieren - mit saisonalen Temperaturunterschieden von 80°C, Aufschwung und Abstieg in kurzen historischen Zeiten, Armut und Reichtum. Reichtum (?) - Diamanten (!). Man fühlt, wie für den Autor eine zuerst unverstandene Stadt langsam Gesicht und Charakter bekommt, nicht nur durch ihre einem lebenden, unberechenbaren Organismus gleichende Wasserversorgung. Und versuchen Sie doch mal in Irkutsk Tourist zu sein und eine Postkarte zu kaufen !

Offensichtliche Erleichterung immer wieder, wenn die Ernährung keine Probleme bereitet: Man wird konfrontiert mit einem breiten Spektrum von schlappen Pommes bis jakutischem Seetanggericht, der Leser schmeckt mit beim Biss in den Trockenfisch und dem anschliessenden Spülgefühl durch Wodka und Bier. Extremsauna weit über dem Siedepunkt mit ergänzender Durchblutungsförderung erpeitsch durch Birkenreiser, erlaubt Lesern mit ausreichendem Vorstellungsvermögen an sibirischer Gesundheit und Wohlgefühl teilzuhaben.

Ausfälle in die Landschaft verwöhnen die kleine Geotruppe mit der Spärlichkeit des Waldes im Wechsel zwischen Birken und Lärchen über der Farbenvielfalt herbstlichen Waldbodens, geologisch als Leithorizont der Neuzeit dann und wann markiert mit Zivilisationsmüll. Beim Lesen durchwandert der Geist die sibirische Weite, von Sonne und Sternen prächtig überdacht, und lernt mit der Sicht eines Geologen sich zu begeistern für Eiskomplex, Mammut-Berg und Glücksstein; wer möchte nicht den Tag ausklingen lassen am Lagerfeuer aus 20 Millionen Jahre altem Holz. Das unüberschaubare Flusssystem von Lena und Aldan mit seinen für Frostforscher spannenden Aufschlüssen wird Ziel einer kleinen Schiffsexpedition. Dieses, wie alle Erlebnisse, sind durchwoben von der ständig latenten Erwartung subversiver sibirischer Mückenmassen (Mozzies). Gegen Ende des Buches juckt es auch den Leser.

Jakutien ist weit weg. Am 11. September 2001 lautet der Tagebucheintrag "... nichts Besonderes hat sich ereignet ..." - Jakutien ist sehr weit weg. Vergessen Sie einmal Bednarz und Ruge und lassen Sie sich Jakutien näher bringen von Große und Schirrmeister.

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Kurzbeschreibung im Ost-West-Newsletter von http://www.berlin-partner.de vom Januar 2005

"Sibirischer Sommer"

Wie schmecken gegorene Stutenmilch und Trockenfisch? Wie kalt ist Dauerfrostboden im Sommer? Wie klingt ein jakutischer Ehestreit? Welche Gedanken bringt der Sternenhimmel überm Aldanfluss? Wo kauft man in Jakutsk am besten ein? Amüsante Fragen wie diese werden vom Autor Guido Große in dem Buch “Sibirischer Sommer – letters from the other side” beantwortet, diskutiert oder auch nur gestellt. Gemeinsam mit zwei weiteren Geowissenschaftlern vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung aus Potsdam konnte er im Sommer 2001 Jakutien erleben. In dem von Strauss Druckmedien herausgegebenen Buch werden die Erlebnisse und Eindrücke der Forschungsreise nach Jakutien erzählt und in zahlreichen Fotos Eindrücke von Landschaften und Lebensbedingungen vermittelt. Das 84 Seiten umfassende Buch enthält 29 Abbildungen ist im Buchhandel erhältlich und kostet 16,50 Euro.

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Rezension im "Goon-Magazin", dem Berliner Szenemagazin, vom April 2005 (Text: Kirstin Werner, Berlin )

"Email aus dem Permafrost"

"Die Sonne kam durch die rauchigen Wolken, ich war geblendet von ihrer Schönheit, der strahlenden Eleganz der Photonen-Ströme, die auf meine äußere Epidermis trafen, so daß sich das Gefühl eines thermodynamischen Equilibriums von Äußerem und Innerem in mir einstellte."
Jeder kennt die Sammel-oder Rundmails, die uns aus fernen Ländern erreichen, wenn Freunde für eine gewisse Zeit in eine andere Welt eintauchen, eine Welt, die fremd ist und schwer zu verstehen. Das Bedürfnis sich mitzuteilen, zu erzählen, ist uralt. Es dient in erster Linie einer Selbstvergewisserung: ich erzähle, also bin ich. Ebenso trägt es dazu bei, verstanden zu werden, was infolge der gesellschaftlichen Anonymisierung einen stetig steigenden Stellenwert einnimmt. Im Sommer 2001 reisen drei Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Institutes (Potsdam) nach Jakutsk, einer Stadt an der Lena im Herzen Sibiriens. Mehrere Wochen verbringen sie hier in der Fremde, auf der Suche nach Informationen über bisherige Untersuchungen des Dauerfrostbodens am Institut für Permafrostforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften. Neben der Durchmusterung des vorhandenen Karten-und Archivmaterials unternehmen sie Touren in die umliegende Gegend, die gezeichnet ist durch "wunderschöne Landschaften und verrottete Gegenden, ungeheuren Reichtum und extreme Armut" (aus dem Vorwort, L. Schirrmeister). Guido Große, Jahrgang 1976 und Doktorand am AWI, hat diese außergewöhnliche Reise für sich und seine Freunde daheim aufgezeichnet, in sehr persönlichen Emails, die tagebuchgleich von dem erzählen, was ihn berührte, vom Alltag in Jakutsk, von Eindrücken in den Weiten der Flusslandschaften Sibiriens, von der natürlichen Rauhigkeit der jakutischen Kultur und ihrer Menschen. ...

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Rezension von W-Lab.de, der Plattform für Online-Forschung: http://www.w-lab.de, vom 19.05.2004

"Sibirischer Sommer"

Der amüsante Reisebericht erzählt von diesen und jenen, wahren und halbwahren Begebenheiten, die sich im Sommer 2001 in der Hauptstadt der sibirischen Republik Jakutien zugetragen haben: in Jakutsk. "Kennen wir doch schon alles vom Ruge und vom Bednarz, das Sibirien da. Kalt isses und die Leute sind arm dran". Da haben wir's. Aber kann denn ein Mitteleuropäer überhaupt objektiv über den sibirischen Alltag erzählen? Sicherlich nicht. Doch genau dies ist ja auch nicht das Ziel des Buches. Den zuhausegebliebenen Mitteleuropäern wird mit tagebuchartigen Kurzgeschichten auf leichtbekömmliche Weise reiner sibirischer Wein eingeschenkt: Das Treiben bunter Märkte, der Geschmack von Trockenfisch und gegorener Stutenmilch, die Angriffspläne von Moskito-Kommandos, Dauerfrost bei dreißig Grad im Schatten. Das eigentliche Sibirien eben. Sehr kurzweilig. Ungemein bekömmlich. Manche glauben gar, es könne Lesemuffel heilen...

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